Durch Parteienproporz hochgespült
So langsam empfindet man den Typus des studierten Juristen a là Wulff, der durch den Parteienproporz an die Spitze hochgespült worden ist, als richtig ekelhaft. Immer nur so viel zuzugeben, wie nachweisbar ist, mag in diesen Kreisen ja als clever gelten. Aber spätestens seit Guttenberg müsste bekannt sein, dass diese Taktik geradezu die Aufklärung provoziert. Aber durch Wullff & Co. kann man auch lernen, wie wichtig die Pressefreiheit für die Demokratie und politische Kultur ist. Auch die viel geschmähte Bild-Zeitung zeigt durch brisante Veröffentlichungen über einflussreiche Menschen, dass sie - gerade weil sie als Massenmedium viel gelesen wird -in diesem Umfeld sehr wichtig ist. Ich frage mich nur, ob wir jemals die Chance haben werden, einen Bundespräsidenten mit untadeliger Integrität zu erhalten. Oder wird es immer der kleinste gemeinsame Nenner aus "wird auf diesen Posten abgeschoben, weil er sonst zu gefährlich wird" und "ist in der richtigen Partei und ist immer durch die Klippen geschippert" sein? Wir wissen nicht, wie Frau Prof. Schwan oder Herr Gauck diese Aufgabe bewältigt hätten, aber ich würde mir Personal an der Spitze wünschen, das durch menschliche Größe und nicht durch aalglatte Winkelzüge glänzt.
Dieter Kühne, Kassel

irgendeiner wärs immer !