e wie explorativ

„Der innovative Ansatz lautet: exploratives Experimentieren.“

Arbeitsbeschreibung einer Unternehmensberatung, die einer nordhessischen Firma ihre Dienste angeboten hat (Fettdruck = Originaltext).

Unternehmensberater haben’s voll drauf. Sie schwurbeln uns mit solchen Sätzen das Hirn zu: „Externe Hilfe wird immer dann angenommen, wenn eine innovative Idee und deren konkrete Umsetzung über Relevanzpotenziale verfügen.“ Anders ausgedrückt: „Wie kann ein Long Tail Effekt evoziert werden? – Durch umsatzorientierte Verknüpfung sozialer Netzwerkgemeinschaften.“

Soziale Netzwerkgemeinschaften, also ein weißer Weißschimmel. Wahnsinn.
Aber so arbeiten sie: mit gewaltig leeren Imponierhülsen. Und wir Nichtwissenden müssen dieses schlucken: „Die Installation einer eigenen Ideen- und Innovationswerkstatt bietet den Rahmen, systematisch neue Impulse zu kreieren.“ Das leuchtet ein, schließlich handelt es sich um „ein Format, das alle Abteilungen rhythmisch zusammenführt“.

Oh, yeah, let’s dance im Vorstandsbürrroo. Und immer schön im Takt bleiben. Denn „dazu werden in einem iterativen Prozess Fragenkataloge erstellt. Aus dem so geschaffenen mentalen Nährboden erwachsen Ideen, deren Machbarkeit überprüft und effizient in der Praxis erprobt werden“.
Ich bin ja so froh, dass sie klares Deutsch mit uns reden und nicht dieses gedrechselte Mode-Denglisch.

Das sagt der Satiriker Karl Kraus:
„Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben. Man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken.“



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Autor dieses Artikels:

Reinhard Berger Dieser Artikel wurde am 02.November 2010 veröffentlicht. Weitere Beiträge von : 101 Artikel.

Reinhard Berger, 58, ist Ressortleiter Schwalm-Eder mit Sitz in Fritzlar. In Nordhessen/Südniedersachsen ist er auch bekannt als der Schlauberger. Webseite: www.der-schlauberger.com

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