Wie kommt die jüdische Gemeinde zur Moschee?
Diese Frage werden sich heute Morgen wohl viele Leser in Kassel gestellt haben. Die Antwort: Durch einen peinlichen, dummen Fehler eines Redakteurs gestern Abend. Wirklich erklären kann man so ein Missgeschick nicht. Ich unternehme trotzdem den Versuch: Täglich um 18 Uhr machen wir in der Lokalredaktion die so genannte Seitenschau. Das heißt: Wir drucken alle Seiten aus, die bis dahin fertig sind.
Gemeinsam schauen wir, ob die Platzierung der Artikel unseren Kriterien entspricht, ob die Themen richtig gewichtet sind, ob der Bildschnitt optimiert werden kann - und ob die Überschriften korrekt und gut getextet sind. Auf der Seite 12 war die Überschrift korrekt getextet. Sie lautete "Juden präsentieren Gemeinde". Die Meinung der Runde vor den ausgedruckten Seiten lautete: Das kann man spannender machen, damit der Titel mehr Leser in den Text zieht. Und: Der Artikel, der zunächst unten auf der Seite stand, wird nach oben gestellt, um der thematischen Bedeutung gerecht zu werden.
Anschließend hat sich ein Kollege die Seite vorgenommen und dieses Exemplar von Überschrift fabriziert. Normalerweise fällt so etwas auf, weil die Seiten anschließend ins Korrektorat gehen. Gestern Abend leider nicht, denn die Seite war im Korrektorat, bevor die Überschrift verändert wurde. Natürlich weiß der Kollege, dass die jüdische Gemeinde eine Synagoge hat, und natürlich weiß der Kollege - wie wir alle - die Arbeit der jüdischen Gemeinde in Kassel sehr zu schätzen. Warum er trotzdem "Moschee" statt "Synagoge" in den Titel schreibt, kann er nicht erklären - das ist einer dieser peinlichen, dummen Fehler, die leider passieren.
Wir bitten dafür um Entschuldigung.

Dieser Artikel wurde am 02.Juni 2010 veröffentlicht. Weitere Beiträge von